Der Galway-Clare-Burren-Trail in Irland

Der Galway-Clare-Burren-Trail in Irland

Bereits seit einigen Monaten plante ich, in Urlaub zu fahren. Wegen meiner Begeisterung für irische Musik und Tanz musste es selbstverständlich die „grüne Insel“ sein und auch noch mit Pferden zu tun haben. Was liegt da näher, als ein Reiturlaub in Irland? Also entschied ich mich dafür, den „Galway-Clare-Burren-Trail“ zu erkunden.

Ende September ging es los. Am Flughafen Shannon holte mich Bertie ab, der Inhaber des Riding Center. Es wurden noch weitere Mitreiter abgeholt und so erreichten wir nach einer Stunde Fahrt die Farm in Whitegate. Ein gut restauriertes Farmhaus, genauso, wie man sich einen typisch irischen Hof vorstellt. Klein und gemütlich.

Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, machte ich mich auf zu einer ersten Foto-Tour. Die Pferde habe ich auf ihren sehr großen Weide nicht gefunden – dafür aber jede Menge andere interessante Fotomotive.

Beim Abendessen (Nicola ist eine tolle Köchin) am gemütlichen Kamin, lernte ich dann auch meine Mitreiter kennen. Obwohl ich als einzige Deutschsprachige unter Amerikanerinnen und Schwedinnen noch einige Verständigungsschwierigkeiten hatte, kamen wir trotzdem schnell ins Gespräch – natürlich über Pferde.

Am nächsten Morgen, nach dem kräftigenden irischen Frühstück, fuhren wir gemeinsam zur Weide, um die Pferde zu holen. Nicola hatte bereits jedem Reiter ein Pferd zugeteilt. Die Pferde werden robust im Freien gehalten und sehen sicherlich nicht so aus, wie man es in einem „normalen“ Reitstall gewohnt ist. Aber alle sind gesund und sehr freundlich. Nach dem Putzen wurden die Pferde noch dem Schmied vorgestellt. Als alle Eisen in Ordnung waren, ging unsere erste Tour los.

Der Weg führte durch den Wald, über Bäche und offenes Feld. Schnell zeigte sich die Trittsicherheit der Pferde. Die Landschaft ist einmalig. So viel Weite, so viel offene Natur. Keine Straßen, Häuser oder Autos. Man kann es sich kaum vorstellen. Die ersten zwei Tage sind wir geritten ohne dabei anderen Menschen zu begegnen. Nur die Natur, die Pferde und wir. Sehr romantisch!

Zum Mittagessen wartete immer der Minibus auf uns. Nachdem die Pferde gefüttert waren, stürzten wir über das Mittagessen her. Reiten macht hungrig! Die Nachmittagsetappe brachte die Pferde zu einer neuen Weide. Nach 5-6 Std. Reiten fuhren wir zurück zur Farm (bzw. die letzten Tage zum Hotel).

Auch die nächsten Tage führten uns durch abwechslungsreiche Heidelandschaften, Wälder und die Hochmoore. Besonders schön war der Ritt direkt durch den See „Lough Graney“. Sonne und Regen wechselten sich ab, und so kamen wir fast immer trocken „nach Hause“. Während der Ritte haben wir viele Weiden mit Kühen und Pferden gesehen. Kleinere Gruppen davon laufen frei auf den Wegen umher. Ich war beeindruckt, wie gelassen alle Pferde durch diese kleinen Herden gingen.

Die letzten zwei Tage ritten wir durch den Burren Nationalpark. Hier zeigt sich die raue Seite Irlands. Viele moosbewachsene Felsen und Natursteinmauern. Außerdem Ruinen und uralte Grabstätten. Stellenweise mussten wir die Pferde führen, weil der Weg zu steinig und steil wurde. Die Anstrengung hatte sich jedoch gelohnt. Oben, auf dem Berg angekommen, konnten wir bereits den Atlantik und die Aran-Inseln sehen. Am Horizont lag die Küste von Connemara. Diese herrliche Aussicht entschädigte uns mehr als genug für den Fußmarsch.

Nach einem letzten schnellen Galopp konnten wir bereits die „Cliffs of Moher“ erkennen, und am späten Nachmittag erreichten wir dann auch das Ende unserer Strecke. In der Nähe einer Ruine warteten bereits Pferdetransporter und Minibus auf uns. Wirklich schade, dass die Woche schon vorbei war. Die Zeit verging viel zu schnell.

Am Abend feierte unsere Gruppe dann noch in einem Pub in Lisdoonvarna Abschied. Email-Adressen wurden getauscht, bevor am nächsten Morgen jeder die Heimreise antrat. Ich hatte zusätzlich zwei Tage Aufenthalt in Dublin gebucht. Noch einmal genoss ich einen letzten Blick auf den Atlantik. Die anschließende Busfahrt führte quer durch Irland, in Richtung Ostküste.

Nach sechs Stunden erreichte ich Dublin. Der Nachmittag war ideal für eine ausgiebige Shopping-Tour. Zum Einkaufen ist Dublin unbedingt zu empfehlen. In der Grafton Street und im Stephens Green Shopping Centre gibt es jede Menge Geschäfte, in denen man hübsche Souvenirs findet. Am nächsten Tag wurde es dann auch für mich Zeit, den Rückflug anzutreten.

Aus diesem Urlaub werde ich jede Menge schöner Erinnerungen behalten. Obwohl ich allein unterwegs war, war es ganz einfach, mich zurechtzufinden. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Iren ist wirklich sprichwörtlich. Das war ganz sicher nicht meine letzte Reise nach Irland. Für Reiter, die abwechslungsreiches Gelände mögen, kann ich diesen Trail nur empfehlen.

Vielen Dank an die Autorin Annika Steffens!


4. Dezember 2013

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