Eine Reiterreise in Meran in Südtirol

Eine Reiterreise in Meran in Südtirol

Am 02.07.2001 ging die Reise in der Nähe vom Ammersee los. 35 Reiter mit ihren eigenen Pferden machten sich auf nach Meran in Südtirol. Durch Schneesturm, Regen und Sonnenschein arbeiteten wir uns voran. Die Tagesetappen lagen zwischen 8 und 12 Stunden, also hatten wir mit unseren Pferden richtig etwas zu leisten.

Diese Reise hatte nichts mit einem normalen Wanderritt zu tun und erforderte hohe Geschicklichkeit und Trittsicherheit unserer Pferde. Von Flussdurchquerungen bis hin zu 40 cm breiten Klettersteigen (rechts Felswand, links ging es steil in die Tiefe) haben wir alles miterlebt.

Wir dachten immer nachdem wir die ersten Schwierigkeiten wie z.B. Flussdurchquerung gemeistert hatten, kann es nicht anspruchsvoller werden, aber da hatten wir uns getäuscht! Es ging hinauf über steile Pfade und Skipisten, cm für cm auf dem direkten Weg bergauf und abwärts über Geröll und Steine.

Eine Abkürzung führte uns an einem „Klettersteig nur für geübte Wanderer“ entlang, ca. 40 cm breit, rechts Felswand nach oben und links steil ins Tal. Der Ausblick war super, nur abstürzen hätte ich nicht wollen. Es war so eng, dass Satteltaschen zerrissen und größere Pferde abgesattelt wurden mussten weil sie sonst nicht an Felsvorsprüngen vorbei gekommen wären. Ich frage mich heute noch wie dort überhaupt abgesattelt werden konnte. Egal, es wurde auf alle Fälle geschafft und wir kamen nach ca. 800 Metern gut an.

Nachdem wir die Alpen hinter uns gelassen hatten, ging es am Reschensee entlang über Apfelplantagen und Märchenwälder. Unser Ziel Meran rückte leider immer näher, denn an so ein Leben auf meinem Pferd und unsere Gruppe (alles super Leute) hätte ich mich gewöhnen können.

Nach 9 Reittagen ritten wir unter polizeilichem Geleit in Meran ein, ein tolles Gefühl, wir hatten es geschafft!

Bei unserer Abreise mussten wir leider feststellen, dass der organisierte Rücktransport unserer Pferde in einem Transporter ohne Trennwände stattfinden sollte. Aber welche Wahl hatten wir und uns wurde versichert, dass es sich um einen Profi handelt, der sich mit Pferdetransporten auskennt. Also rein in den LKW.

Am Ausgangspunkt angelangt, nach 6 Std. Fahrt, hatten wir sehr mitgenommene Pferde, ein Wallach kam direkt in die Tierklinik und es wurde festgestellt, dass seine Sehne verletzt war. Leider ein trauriges Ende einer schönen Reise. Vielleicht bin ich nächstes Jahr wieder dabei, nur eins weiß ich: zurück nur mit eigenem Hänger!

Seit dieser Reise weiß ich, was Pferde leisten können. Ich bin sehr stolz auf mein Pferd und wir haben seitdem ein noch viel besseres Verhältnis zueinander. Abenteuerurlaub schweißt zusammen.

Vielen Dank an den Autor Klaus Haefner!


4. Dezember 2013