Reiterurlaub in der Mongolei

Reiterurlaub in der Mongolei

Seit sich die Maschine der MIAT Airlines vom Flughafen in Peking in die Höhe erhoben hat, erstreckt sich unter uns zunehmend die Weite des Herzens Asiens. Wir beginnen eine Reise in die Imagination, und kein Land wäre dafür besser geschaffen als die Mongolei. Ein weites und großartiges Land mit einem Himmel so blau, dass die Augen schmerzen.

Am Flughafen von Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, die erste persönliche Begegnung mit einer Mongolin, Erke, die uns herzlich begrüßt und uns während zwei Tagen mit dieser interessanten Stadt, in der man „Ger“ (auch Jurten genannt: traditionelle Behausung aus Holz und Filz), buddhistische Klöster und gleichzeitig modere Hochhäuser bunt gemischt findet, bekannt macht.

Das Ziel unserer Reise ist der Norden, sehr abwechslungsreich mit einer spektakulären Bergwelt, bis in die nördlichste Provinz des Landes, Hovsgol.
Während des einstündigen Fluges von Ulan Bator nach Mörön, der Hauptstadt der Provinz Hovsgol, wird unsere Aufmerksamkeit erneut auf die Landschaft gezogen. Eine Piste verläuft in der Steppe… man überlegt, wo in dieser Unendlichkeit überhaupt eine Menschenseele zu finden ist… Hier und da zeichnen sich weiße Jurten wie Wattebäusche ab und man entdeckt Herden, die auf einem Meer von smaragdgrünem Gras weiden.

Die Fahrt von Mörön in das größte und atemberaubendste Naturschutzgebiet der Mongolei, dem Hovsgol Nationalpark, ist nur der Anfang der unvergesslichen Tage in Hovsgol. Als wir scheinbar jegliche Zivilisation längst hinter uns gelassen haben, macht unser Fahrer Halt. Die kleine Gruppe steigt aus und wir sind alle von der plötzlichen Stille erfasst, die nur vom hellen Ruf eines Kuckucks durchbrochen wird.

Nicht weit entfernt stoßen wir auf einen Ovoo, ein Steinstoß (oder Holzstoß) für Götter und Ahnen und shamanischer Gabenplatz. Ovoos sind heilig. Wir erfahren, dass man ein Ovoo dreimal im Uhrzeigersinn umgeht und sich etwas wünscht. Auf diese faszinierenden Stätten stießen wir später auf dem Trek wiederholte Male und unter lauten Gesängen unserer mongolischen Begleiter umritten wir die Ovoos, wie es der Brauch verlangt.

Nach einer abwechslungsreichen Fahrt, die uns immer wieder in Staunen versetzte, sei es wegen einer herrlichen Herde der berühmten mongolischen Pferde, Kamelen oder einem Reiter, der ein winziges Kalb zu Pferd in sein Dell (Mantel) gewickelt mitträgt, erreichen wir das Lager Toilogt. Ein Ger-Lager (große, weiße Fell-Zelte der Normaden), das an fantastischer Lage am westlichen Ufer des Hovsgol-Sees auf 1650 m ü. M. liegt.

Es soll kein Ende der Welt geben… wir glauben dennoch, wir hätten es erreicht und atmen die frische, würzige Luft ein. Toilogt ist Ausgangspunkt des Treks und eine richtige Fabelwelt, wo wir einen ersten Eindruck erhalten, was wir in den kommenden Tagen Großartiges sehen und erleben werden. Die Mongolen sind Teile dieser Großartigkeit. Sie sind äußerst gastfreundlich, glücklich, neugierig und offen. Dies sind Begegnungen, mit Gesängen, die unvergesslich sind.

Kein Tag verläuft gleich. Die Erlebnisse sind zahlreich und sie werden unsere Herzen hoffentlich noch oft höher schlagen lassen. Es ist eine Entdeckung von prächtigen Landschaften, die Begegnung mit beeindruckenden Leuten, das Schließen von Freundschaften, man wird beeindruckt von faszinierenden Farben und erlebt Romantik in einem der vergessenen Länder der Erde.

Man begegnet kaum Menschen, wenn wir aber auf ein Ger zureiten, erleben wir die unvergleichliche Gastfreundschaft des mongolischen Volkes und werden zu Tee und Imbiss gebeten. Es ist auch die Gelegenheit, mehr über dieses faszinierende und der Natur sehr nahe Volk zu erfahren.

Und nicht zuletzt trägt die gute und reibungslose Organisation der zwei Initiatoren, Mireile Musy und Christian Wolff, dieser neuen Erfahrung, ein Land auf seine ursprüngliche Art zu entdecken, bei. Die Pferde sind ausgezeichnet und die Betreuung von Mireille Musy, Christian Wolff und der mongolischen Begleitmannschaft ist sehr familiär, fröhlich und zuverlässig. Man fühlt sich geborgen in der kleinen Gruppe, die wie die Nomaden, mit Pferd und Zelt durch die unermesslich weiten Steppen majestätischen Gebirgen entgegen reitet.


4. Dezember 2013

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